237 Kilometer nach München – sechs Radler, ein langer Tag im Sattel
Am Samstag stand beim RC Reutte eine längere Tour auf dem Programm. Das Ziel: von Reutte über einige der schönsten Straßen zwischen Tirol und Bayern bis nach München. Am Ende standen rund 237 Kilometer und 1.800 Höhenmeter auf dem Tacho.
Mit dabei waren Andi, Benedikt, Harry, Hermann, Martin und Matthias.
Frühstart in Reutte
Treffpunkt war um 7 Uhr bei der St.-Anna-Kirche in Reutte. Zu dieser Uhrzeit war es noch angenehm ruhig und bei dem, was vor uns lag, kamen die kühlen Morgenstunden gerade recht.
Von Reutte ging es zunächst Richtung Plansee. Schon auf den ersten Kilometern zeigte sich, warum man für solche Touren gerne früh aufsteht: wenig Verkehr, ruhige Straßen und diese besondere Morgenstimmung am See.
Weiter ging es über die Grenze Richtung Kochelsee und Walchensee. Spätestens dort war klar: Landschaftlich würde dieser Tag nur schwer zu toppen sein.
Durch die Jachenau zum Tegernsee
Vom Walchensee führte die Strecke durch die Jachenau weiter Richtung Tegernsee. Kilometer um Kilometer wechselten sich lange, flüssige Passagen, kleinere Anstiege und schnelle Abschnitte ab.
Und natürlich wurde es zunehmend wärmer.
Zum Glück lagen entlang der Strecke immer wieder Brunnen. Mit fortschreitender Tour wurden die kleinen Wasserstopps immer wichtiger: Flaschen auffüllen, kurz abkühlen, einmal durchschnaufen und weiter.
Am Tegernsee wartete dann die erste richtige Belohnung des Tages: kalte Getränke, Espresso und eine Leberkäsesemmel.
Nach etlichen Stunden auf dem Rad ziemlich genau das Richtige.
Über Valepp und den Spitzingsattel
Vom Tegernsee führte die Route über Valepp zum Spitzingsattel. Traumhafte Landschaft und perfekte Straßen fürs Rennrad, allerdings nahm man die Anstiege inzwischen doch etwas anders wahr als noch am frühen Morgen.
Irgendwann hört man auf, jeden Kilometer zu zählen. Man fährt einfach weiter.
Nach Fischbachau musste noch einmal Energie nachgefüllt werden. In Hundham wurde kurzerhand ein Cola-Stopp eingelegt.
Wenn der Biergarten zum großen Ziel wird
Danach hieß es: weiter Richtung München.
Die Landschaft blieb traumhaft, die Stimmung in der Gruppe ebenfalls. Trotzdem war wohl niemand unglücklich, als irgendwann klar wurde: Jetzt sind tatsächlich die letzten Kilometer angebrochen.
Nach einem langen Tag im Sattel rollten wir schließlich bei der Kugler Alm ein.
Und selten dürfte die Freude über einen Biergarten größer gewesen sein.
Räder abstellen. Hinsetzen. Schuhe lockern. Etwas Kaltes bestellen.
Geschafft.
237 Kilometer lagen hinter uns. Dazu rund 1.800 Höhenmeter, unzählige Flaschen Wasser, Espresso, Leberkäsesemmel, Cola, jede Menge schöne Kilometer und jede Menge Gelächter unterwegs.
Vor allem aber: viel Spaß, eine traumhafte Landschaft und ein unvergesslicher gemeinsamer Radtag.
Zum Glück nicht auch noch zurück
Zurück nach Reutte ging es anschließend deutlich entspannter.
Der Feuersteinbus brachte Fahrer und Räder wieder zurück nach Reutte. Nach 237 Kilometern eine durchaus willkommene Art des Rücktransports.
Genau das macht eine gute Radclubausfahrt aus. Nicht allein die Zahl auf dem Tacho.
Es sind die gemeinsamen Kilometer. Die Stopps am Brunnen. Der Espresso am Tegernsee. Die Cola, wenn sie dringend nötig wird. Und auch das gemeinsame Leiden, wenn die Beine auf den letzten Kilometern langsam genug haben.
Vor allem aber dieses Gefühl, wenn sechs ziemlich müde Radfahrer endlich im Biergarten sitzen, auf einen langen Tag zurückblicken und sich einig sind:
Das war’s wert.




